Nicht auf Facebook sondern auf..

YouTube!

Leute, ich habe mich entschlossen, jetzt auch einen YouTube-Kanal zu eröffnen. Er heißt: „Da Mandi“ – und aktuell sind bereits 2 Videos hochgeladen.

Wie ihr es ja von meinem Blog gewöhnt seid, erwartet euch auch dort keine sensationelle optische Aufmachung. Ich habe vor, in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen auf hoffentlich humorvolle Art und Weise etwas zu Dingen, die mir durch den Kopf gehen, zu erzählen. Jetzt aktuell natürlich vorherrschend: Corona.

Mein YouTube-Kanal soll kein Ersatz sein zum Blog – den gibt’s natürlich weiterhin!

Ich hoffe, euch da und dort begrüßen zu dürfen.

In Zeiten der Krise…

Heute ist der 18. März 2020. Und ich muss wohl niemandem, jedenfalls in Österreich, wahrscheinlich aber in ganz Europa und darüber hinaus, erklären, dass wir uns in einer Situation befinden, die wir so noch nicht erlebt haben. Vergleiche? Am ehesten erinnert mich die Corona-Krise an den Atomunfall von Tschernobyl (1986) oder an 9/11 (2001).

1986 gab es die Empfehlung, nicht hinaus zu gehen, wegen der radioaktiven Wolke. Verunsicherung griff um sich, ähnlich wie jetzt. Radioaktivität sieht man ebenso wenig wie einen Virus. Keine Pilze essen, war eine Empfehlung. Ich war gerade beim Bundesheer. Plötzlich wurden Truppenübungen verboten. Wir saßen dennoch im Gras, die Waffe zerlegen und wieder zusammenbauen. War ja keine Truppenübung! (Hat die radioaktive Wolke sicher mächtig beeindruckt…).

Nach den Ereignissen von 9/11 war es, ähnlich wie jetzt, so, dass man gleich in der Früh Nachrichten guckte (damals halt fast ausschließlich über das Fernsehgerät, jetzt greift man nach dem Smartphone). Und dort, wo sonst „Blinky Bill“ und ähnliche Zeichentrickserien liefen, gab es nur noch: Nachrichten.

Bei beiden Ereignissen war die Verunsicherung groß, viele Fragen standen im Raum: ‚Werden wir jetzt alle den Strahlentod sterben? Gibt es jetzt Krieg? (ja, den gab es nach 9/11. Die USA griffen allerdings nicht jenes Land an, aus welchem jedenfalls die Mehrzahl der präsentierten Täter stammte. Sondern…aber das ist eine andere Geschichte).

Auch heute gibt es viele Fragen. Wie gefährlich ist das Corona-Virus tatsächlich? Wie hoch mein individuelles Ansteckungsrisiko? Wie geht es mit der Wirtschaft weiter? Und vor allem: wie lange wird dieser Zustand anhalten? Weil: eine Woche oder auch zwei hauptsächlich zu Hause bleiben, soziale Kontakte zu minimieren, keine Gaststätten besuchen zu können: geschenkt! Das werden wir stemmen, denke ich. Was aber wenn es nicht zwei sondern vier Wochen dauert? Oder 2 bis 3 Monate? Was macht eine derartige soziale Isolation mit uns?

Ich habe auf diese Fragen naheliegenderweise auch keine absolut gültigen Antworten. Was mir wichtig erscheint: Ruhe zu bewahren. Für mich ist das aktuell auch eine Probe: wie gut kann ich mit meiner Methode die Fitness für Körper, Geist und Seele verspricht (und über die ich in meinem Buch „Bauch Ohne. Abnehmen von Mann zu Mann“ berichte) der aktuellen Situation etwas entgegensetzen?

Nun, bisher läuft es ganz gut: Einer der Eckpfeiler meiner Methode ist die regelmäßige Bewegung in freier Natur, das jedenfalls drei mal wöchentliche, flotte Gehen in Wald und Au. Wie die Leser meines Buches wissen, empfehle ich, dies, jedenfalls meistens, ALLEINE zu tun. Und das DARF ich derzeit noch, bei allen Aufrufen die in Richtung zu Hause-Bleiben abzielen, ist es gestattet, alleine oder mit den Haushaltsmitgliedern (maximal 5 Personen) nach Draußen zu gehen.

Ich habe vorhin eine Runde im Wald gedreht (für meine Verhältnisse eine von „mittlerer“ Länge, nicht ganz zwei Stunden war ich unterwegs). Das hat mich, wie so oft, geerdet. Mitten im Wald an diesem atemberaubend schönen, sonnigen Tag überfiel mich plötzlich der Gedanke: Der Natur ist das Corona-Virus völlig egal! Ich lasse diesen Satz jetzt einmal so stehen, vielleicht sollte man darüber einmal meditieren….

Weiters ist eine vernünftige Ernährung (ohne Verbote!) Teil meiner Methode. Ich schreibe da auch, dass es auf „die Qualität der Nahrung“ ankommt. Und das gilt natürlich auch gerade jetzt, finde ich! Weil, wie meine Schwester Christine Anfang des Monats bei einem Familientreffen (da war ein solches noch möglich!) ganz richtig sagte: Was wir tun können, ist unser Immunsystem zu stärken. Je besser dieses drauf ist, desto eher wird es sich auf Viren, Bakterien, Erkrankungen generell einstellen können – und diese bewältigen.

Also, versuchen „aus der Ruhe heraus“ zu agieren (das sollte jeder generell versuchen, denke ich), auch wenn es aktuell vielleicht etwas schwieriger erscheint als bei Normalbetrieb.

Raus an die frische Luft, ab in den Wald (mein Fitnesstudio, die Natur, hat 24 Stunden geöffnet und es ist kein Eintritt zu bezahlen).

Gerade jetzt vitaminreich speisen. Und (aber auch das gilt generell): das Essen (und das Leben überhaupt) genießen. Ich trinke aktuell jeden Tag ein, zwei Glas Ingwerwasser, kann ich sehr empfehlen.

Und: Aus jedem Tag das Beste machen. Man weiß nie was morgen ist.

Ich wünsche Euch allen Gesundheit und einen langen Atem!

 

Warum ich (noch) nicht auf Facebook bin

Anfang dieser Woche hatte ich ein Treffen mit meiner alten Freundin Sylvia Grübl. Sylvia ist Autorin, sie kennt sich aus in den Bereichen Tierkommunikation, alternative Entspannungstechniken, Stressabbau etc. Sie veranstaltet Seminare, hat eine diesbezügliche Praxis. Schaut doch einmal rein bei ihr, auf Facebook findet ihr sie unter Sy Grübl.

Jedenfalls berichtete sie mir sehr detailliert, warum ausgerechnet Facebook  die beste Werbeplattform für ihre Aktivitäten ist (sie hat z. B. von unserer Zusammenkunft gleich etwas reingestellt, unter dem Aufhänger „Autorentreffen“ sieht man Photos mit uns beiden, mein Buch ist auch im Bild, vielleicht hätte ich meinen Friseurtermin vorziehen sollen, denke ich mir beim Betrachten der Bilder…).

Jedenfalls, Facebook ist für ihren Erfolg unerlässlich, sagt sie – und es wäre wohl auch für mich eine gute Plattform. Für mein Buch, meine diesbezüglichen Präsentationen, mein Thema. Unser Gespräch hat mich jedenfalls zum heutigen Blogbeitrag inspiriert. Zur Frage an mich selbst: warum bin ich eigentlich (noch) nicht bei Facebook?

Nun, dass es in der heutigen Zeit wohl (fast) unerlässlich ist, im WWW präsent zu sein, will man auf sich, seine Botschaft, seine Arbeit aufmerksam machen ist (sogar) mir klar.

Und das bin ich ja auch – z. B. durch diesen Internet-Blog, in dem ihr gerade lest. Weiters habe ich speziell für mein Buchprojekt und die darin vorgestellte Lebensphilosophie die Seite http://www.meinemethode.webnode.at auf die Beine gestellt (oder eher „stellen lassen“).

Weiters bin ich auf „WhatsApp“ (und so gesehen eh irgendwie indirekt auch bei Facebbok). Wie kann man sonst noch Kontakt aufnehmen mit mir? Anrufen (0664/817 37 01), eine E-Mail schreiben (meinemethode@gmail.com oder frantic4four@gmail.com). Und: Nachdem Photos von mir im Netzt kursieren: ich reagiere auch auf persönliche Ansprache. Jetzt die Frage: Ist das alles am Ende noch nicht genug? Ist es wirklich UNERLÄSSLICH auch einen Facebook-Account anzulegen (wenn ich meine Kinder frage, ist es nicht nötig, auf Facebbok zu sein. Das ist ja etwas für die ältere Generation – also, aus ihrer Sicht für alle über 35…)

Also, ich bin skeptisch! Ich bin jetzt schon sehr viel im Netz, denke ich. Seitdem ich seit ein paar Jahren ein Smartphone besitze und somit nicht vorrangig ein mobiles Telephongerät sondern einen Minicomputer (der, nebenbei sei es erwähnt, auch ein freiwilliges Überwachungsgerät ist) in der Hosentasche mit mir herumtrage, komme ich zwangsläufig öfter ins Netz als früher wo ich halt, wenn ich Zeit hatte, den Computer startete und in die Weiten des WWW abtauchte. Wenn ich jetzt auch noch zu Facebook gehen würde (und vielleicht auch noch zu Instagram, Twitter, Tik-Tok), wäre ich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit noch mehr in der virtuellen Welt. Und ich weiß nicht, ob das gut wäre. Herrschaften, ich bin Zweiundfünfzig! Und wenn es eine Plattitüde gibt, deren Wahrheitsgehalt ich 100%ig bejahen möchte: Mit fortschreitendem Alter wird die Zeit immer kostbarer! Also, ich überlege mir mittlerweile schon sehr genau, was ich mit meiner Zeit tue. Mein Hauptjob ist sehr zeitintensiv, nebenbei gilt es natürlich auch, Promotion für mein Buch zu machen, Kontakte zu knüpfen, mich mit Lesern auszutauschen – was ich alles sehr gern tue! Priorität in meiner Freizeit hat sicher meine Familie. Weiters der regelmäßige, stundenlange Aufenthalt in der Natur, jedenfalls 3 mal die Woche. Wie alle Leser meines Buches wissen, ist das regelmäßige, flotte Gehen in Wald und Au ein Grundpfeiler meiner Methode zur Fitness für Körper, Geist und Seele. Wichtig ist mir auch das Pflegen sozialer Kontakte, wobei hier mittlerweile Qualität ganz klar Quantität schlägt – ich habe keine Sorge mehr, dass ich etwas versäume.

Ich bin mir also nicht im Klaren darüber, ob ich diese zusätzliche Zeit, die Facebook zweifellos „brauchen“ würde, dafür aufwenden will. Allerdings: ich denke darüber nach.

Ich bin ein Besserwisser!

Ja, ich oute mich hiermit. Es lässt sich wohl nicht mehr länger verheimlichen: ich bin ein Besserwisser. Also ein Angehöriger jener Spezies Mensch, die glauben, vieles (alles?) besser zu wissen. Und auch nicht müde werden, sich dementsprechend mitzuteilen. Beispiele gefällig?

Das neue Jahrzehnt. Ich kriege immer alle Zustände, wenn ich höre, dass am 01. Jänner ein neues Jahrzehnt begonnen hat. Ja, wir leben jetzt in den Zwanzigerjahren aber das neue Jahrzehnt beginnt logischerweise am 01. Jänner 2021 weil das Jahr 2020 das letzte Jahr des ALTEN Jahrzehntes ist! (Viel schlimmer war es noch zur Jahrtausendwende welche eben nicht vom 31. Dezember 1999 auf den 01. Jänner 2000 stattfand sondern ein Jahr später. Was habe ich damals an missionarischer Aufklärungsarbeit geleistet!). Jetzt mag mancher zart einwenden, dass es ja eigentlich völlig unerheblich ist, ob das neue Jahrzehnt schon begonnen hat oder eben noch nicht. Nur: ein derartiger Einwand prallt an einem echten Besserwisser ab. Es geht ums Prinzip!

Die Olympiade. Mir geht regelmäßig das G´impfte auf, berichtet ein Sportreporter im Fernsehen von der OLYMPIADE, meint aber die OLYMPISCHEN SPIELE. Weil die Olympiade, und das ist uns Besserwissern völlig klar, bezeichnet einen ZEITRAUM, und zwar historisch betrachtet jenen zwischen den Spielen. (Mein demnächst viezehnjähriger Sohn ist in ein paar Wochen zur Teilnahme an einer Physik-Olympiade eingeladen. Am liebsten würde ich….aber das könnt ihr euch womöglich/wahrscheinlich denken…)

Weiters bin ich allergisch dagegen, wenn mir jemand etwas aufoktroyieren will (und zwar doppelt weil ich lass mir schon nichts oktroyieren (aufzwingen) und umso mehr bin ich gegen das aufoktroyieren (aufaufzwingen!).

Meine Besserwisserei hat übrigens schon in jungen Jahren begonnen. Im Radio lief auf Ö 3 der “ Blue Ridge Mountain Blues“ von John Fogerty vom Album „Blue Ridge Rangers“ auf welchem der gute John ALLES im Alleingang geschaffen hatte (Gesang, sämtliche Instrumente) und der Radiosprecher sagte nach Ende des Liedes:“das waren die Blue Ridge Rangers mit dem Blue Ridge Mountain Blues“ und mir kam fast der Kaffee hoch den ich gerade getrunken hatte. Ich telephonierte in Folge elendslange mit Ö 3 (von der Telephonzelle aus!), richtete aber nichts aus sodass ich ein paar Tage später die besagte LP einpackte, mich ins Auto setzte und von Oberösterreich die 180 km nach Wien fuhr und mir bei Ö 3 Eintritt verschaffte und den Unwissenden die LP unter die Nase hielt! Ernsthaft, das habe ich gemacht!

Als Besserwisser bist du also durchaus ein Getriebener. Und du machst dir nicht ausschließlich Freunde.

Peinlich für uns Besserwisser wird es allerdings dann, wenn wir auf einen Fauxpass aufmerksam gemacht werden, der uns passiert ist. Und so streue ich Asche über mein Haupt und gestehe ein (bevor mich jemand darauf aufmerksam macht): Im letzten Blogbeitrag habe ich von den Millenials gesprochen. Fälschlicherweise habe ich damit die heutige Jugend gemeint – aber das stimmt NICHT! So, jetzt ist es ausgesprochen, ich Besserwisser habe mir somit selbst eine Ohrfeige gegeben (tut nicht so weh als wenn sie ohne Vorwarnung von Anderen kommt).

So, und nun mache ich mich wieder auf die Suche nach Beispielen wie den oben angeführten. Man hat ja sonst nix zu tun.

 

 

 

 

„Okay, Boomer“ oder „Generationskonflikt, neuester Aufguss“

Ich bin ja eigentlich kein (Baby)Boomer mehr, weil nach 1960 geboren. Aber im übertragenen Sinne schon wie mir mein fast vierzehnjähriger Sohn erklärte. Weil für die jetzigen Teenager sind alle Älteren irgendwie „Boomer“, also auch „Generation X“, so wie ich (und die Jetzt-Jungen sind die Millenials, wenn ich das richtig verstanden habe).

Ich darf als bekannt voraussetzen, dass die Elterngeneration schon seit jeher an der, wie soll man sagen, „Qualität“ der Nachkommenden zweifelte. Es gibt da dieses berühmte Zitat aus dem antiken Griechenland (das mir jetzt gerade nicht im Detail einfällt), in welchem wortreich über die Verkommenheit der Jugend geklagt wird. Und so weiter, und so fort, über die Jahrhunderte hinweg kam es immer wieder zum Konflikt zwischen den Generationen, die Älteren zweifelten an den Jungen und die Jungen verdrehten die Augen bei den antiquierten Ansichten der Elterngeneration. Es handelt sich also um einen naturgegebenen Vorgang, könnte man mutmaßen. Der für jede Weiterentwicklung der Menschheit essentiell ist. Wenn es den Generationskonflikt nicht gäbe, würden wir eventuell nach wie vor mit der Keule herumlaufen und mit Pfeil und Bogen jagen (obwohl, Pfeil und Bogen sowie Keulen haben nie so viel Zerstörung angerichtet wie Atombomben, muss man auch sagen….). Jetzt war dieser Konflikt nicht immer gleich stark ausgeprägt, würde ich einmal vermuten. Es wird heute noch viel von der 68er-Generation gesprochen, welche es satt hatte, von Pädagogen unterrichtet zu werden, die vielfach nach wie vor mit der NS-Ideologie liebäugelten. Es gab Studentenproteste, Anti-Vietnamkrieg – Demos, den Versuch, neue Modelle des Zusammenlebens zu propagieren. Dieser Generationskonflikt dürfte also halbwegs heftig gewesen sein. Wenn ich mich an meine Jugend erinnere, bin Jahrgang 1967, gabs da oft Meinungsverschiedenheiten mit den Eltern wenn es um Frisuren, Kleidung, (laute) Musik ging. Also, was diese Dinge betrifft, haben es die Millenials protestmäßig relativ schwer, wenn sie es beispielsweise mit tätowierten, gepiercten, laute Rockmusik hörenden Altvorderen zu tun  haben die verwegene Frisuren ausprobieren soweit dies noch möglich ist – und die sich selbst als weltoffen, liberal und tolerant verstehen (ob sie das auch objektiv sind sei dahingestellt).

Aber, heute entzündet sich der Generationskonflikt anscheinend an einer ganz anderen Linie, FFF sei Dank! Es geht schlicht und einfach darum, dass der Öffentlichkeit zusehends suggeriert wird, dass die bösen Alten die Welt vorsätzlich ruinieren wollen und die Jugend gefälligst dagegen anzukämpfen hat, mit Protesten unter Aufsicht der kurz vor der Heiligsprechung stehenden Greta. Oder auch mit HEFTIGEREN Aktionen! Man könnte es so verstehen, dass der „natürliche“ Generationskonflikt angeheizt werden soll, also ein zusätzlicher Keil zwischen Jung und Alt getrieben werden soll. Aber solche Überlegungen stellen wohl selbstverständlich nur eine lächerliche Verschwörungstheorie dar……. Oder?

Ein anderes Thema dass die Generationen entzweit, ist die zunehmende Digitalisierung (vielleicht auch vielerorts wieder nicht, weil die Elterngeneration schon genau so verseucht, äh, digitalisiert ist wie die Jugend, welche ja, überspitzt formuliert, meint, dass es ein Naturgesetz ist, dass man mit dem Smartphone ALLES machen kann und SOLL…).

So, wie geht man also um mit dem Generationskonflkt?  Mein Ansatz ist, auf jene Werte zu setzen, die sich über die Jahrhunderte gehalten haben – und zu versuchen, diese zu vermitteln: Freundschaft, Vertrauen, Sinnsuche (ja, ich bin in vielen Belangen ein hoffnungslos wertkonservativer Typ!). Und ich halte mir stets vor Augen, dass es NORMAL ist, dass sich die junge Generation ihren eigenen Weg sucht. Ich freue mich jedenfalls über die Schnittmengen, die ich mit meinen Söhnen finde, Themen, die uns alle interessieren und die wir diskutieren, Filme, über welche die ganze Familie lachen kann. Und ich versuche auch ein bisschen etwas mitzukriegen von ihren Welten, die mir fremd sind: Videospiele, YouTuber, die über diese Videospiele berichten, die Wichtigkeit, die soziale Netzwerke für sie haben.

Wie gut das gelingt? Einmal besser, einmal weniger gut. Aber: ich bin halbwegs zufrieden, ich hoffe, meine Söhne auch.

Ein gutes Leben

Vielleicht ganz passend zum Jahresauftakt: Ich gehe im Folgenden der Frage nach, was eigentlich ein gutes Leben ausmacht.

Natürlich gibt da wahrscheinlich jeder eine andere Antwort, ist also streng subjektiv. Aber vielleicht findet sich der eine oder andere in manchem wieder, könnte ja sein.

Also, die Grundbedürfnisse sollten gedeckt sein, ich denke, darüber dürfte Konsens herrschen. Genug zu Essen, ein Dach über dem Kopf, nicht jeden Euro dreimal umdrehen müssen. Aber, ist das schon alles? Viele Bewohner der sogenannten Dritten Welt würden, vermute ich, freudig mit ja antworten. Weil es ihnen an den Grundbedürfnissen eben fehlt. In der westlichen Zivilisation sind die Grundbedürfnisse aber für viele vorhanden, oder? Nein, nicht für alle, es gibt arme Menschen, denen es daran fehlt – in Österreich muss aber jedenfalls niemand verhungern, denke ich (ganz im Unterschied zu den USA wo die „freie Marktwirtschaft“ und Turbokapitalismus Millionen Menschen zu Parias gemacht haben, man macht sich davon keine Vorstellung, wenn man bei den Vereinigten Staaten hauptsächlich an die glitzernden Fassaden in den Innenstädten denkt, ein paar Kilometer weiter, in den Außenbezirken, sieht es oft GANZ anders aus (und deren Bewohner wählen, WENN sie wählen!, Donald Trump, den Inbegriff des amerikanischen Raubtierkapitalismus. Weil sie, sage ich jetzt einmal stark vereinfachend irgendwo im Unterbewusstsein die Botschaft verankert haben, sie seien selbst schuld…)). Aber ich schweife ab, zurück in die Heimat. Also, Grundbedürfnisse sind abgedeckt, sehr gut, was gehört jetzt noch dazu (jedenfalls in meiner Diktion) zum „guten Leben“? Zunächst einmal: Menschen, die man mag (und die einen auch mögen).  Also Familie, Freunde – vielleicht auch nur EIN wirklicher Freund (Anmerkung: es gibt im Übrigen keine „schlechten“ Freunde! Weil, sind sie schlecht, sind es ja keine Freunde, oder?). Also, Menschen, zu denen man eine Beziehung hat, auf die man sich verlassen kann, denen man gerne hilft – und umgekehrt. Leute, mit denen man sich austauschen kann, die, und das ist eine Seltenheit, die Fähigkeit des Zuhörens beherrschen. Also, das „soziale Umfeld“. Ja, das erachte ich als sehr wichtig für ein gutes Leben.

Wie sieht es mit „Wohlstand“ aus? Kommt darauf an, wie man ihn definiert. Im Sinne von „nicht jeden Euro dreimal umdrehen müssen“ wie oben schon beschrieben denke ich, ist das sicher ein, gar nicht so unwesentlicher Baustein des guten Lebens. Natürlich, denke ich, gibt es Menschen, die aus vollem Herzen glücklich sind aber in „Armut“ leben. Für mich wäre das nichts. Wohlstand hingegen, der in Richtung Luxus geht (das neueste Auto, eine sauteure Uhr, Absteigen nur im Luxushotel) hat für mich NICHTS mit einem guten Leben zu tun, ist NICHTS, was ein solches ausmacht!

Als nächstes fällt mir ein: „Sinn“. Also, jedenfalls eine vage Idee davon zu haben, eine Ahnung, einen umrisshaften Plan für das WARUM?. Warum stehe ich in der Früh auf? Warum bin ich hier? Warum nehme ich auch manches in Kauf, was anstrengend, nicht so angenehm, nervig ist? Ein „Sinn“ findet sich für mich im Wort „Kinder“ wieder (das weiß ich allerdings auch erst, seit ich selbst welche habe!). Sinn sollte auch der Beruf machen, jedenfalls ansatzweise. Für mich macht es beispielsweise sehr viel Sinn, wenn ich stundenlang durch den Wald marschiere, unter Anderem darum, weil mir dabei die besten Gedanken kommen (ich darf an dieser Stelle nach Längerem wieder einmal auf mein bahnbrechendes Meisterwerk (Achtung, Ironie!) „Bauch Ohne. Abnehmen von Mann zu Mann“ (Verlag Ennsthaler) verweisen. Es handelt sich bei diesem Buch eben nicht (nur) um ein Abnehmbuch für Männer (das auch für Frauen funktioniert), sondern auch um eine Anleitung zur körperlichen, geistigen und seelischen Fitness). Ja, da sind wir jetzt schon beim Thema „Spiritualität“ angelangt, etwas, dass uns (jedenfalls mich) bei der Sinnsuche unterstützt.

Was gehört sonst noch dazu? Idealerweise eine funktionierende Partnerschaft, also der eine Mensch, mit dem man sein Leben verbringen möchte. Und:

Humor, gutes Essen (ich entwickle gerade meine Version von „Auflauf mit Alles“ zu ungeahnten kulinarischen Dimensionen!), Musik, die die Seele berührt (und/oder die schlechte Laune wegrockt), ein frischgezapftes Zwicklbier, das unbeschreibliche Gefühl, wenn man nach drei Stunden Aufstieg am Gipfel des Kasbergs steht, der Moment, wo du feststellst, dass es Themen gibt, die deine Kinder UND dich interessieren, die Sonntagszeitung, die Vorfreude auf ein Konzert deiner Lieblingsrockgruppe, einen alten Freund nach zwanzig Jahren wieder zu treffen und mit ihm zu Plaudern als wäre man erst letzte Woche gemeinsam auf ein Bier gegangen, Gedankenblitze, die sich als sinnvoll/wichtig erweisen…und vieles mehr.

Auf ein gutes Leben!

Die andere Wirklichkeit

Nach einer kleinen kreativen Pause (Was? Der letzte Beitrag stammt aus dem September?? Na ja, immerhin dieses Jahres…) gibt es wieder einmal etwas Neues zu vermelden.

Im letzten Blog-Beitrag habe ich mich ja mit Zahlenspielereien beschäftigt und dabei unter Anderem Peter Prachar erwähnt, der sich für den Retter/Richter der Welt hielt (und vielleicht noch immer hält so er noch am Leben sein sollte). Und der seine Legitimation aus abenteuerlichen Zahlenspielereien ableitete. Aber darum soll es in diesem Text nicht mehr gehen  – sondern um etwas Anderes. Prachar beschreibt ja seine „Entrückung“. Also eine, sagen wir, nicht-alltägliche Erfahrung, in welcher ihm seine „Botschaft'“ geoffenbart wurde, wie er sagt. Gut ausgedacht, könnte man jetzt argwöhnen. Ich aber nehme ihm diese Erfahrung ab, glaube, dass er sie in „seiner“ Realität so erlebt hat.

Ich gehe nämlich davon aus, dass es viel mehr Fälle von Erleben einer „anderen“ Realität gibt, als man allgemein so annehmen, erwarten würde. Überlegt vielleicht einmal für euch selbst: gab es da nicht irgendwelche „schrägen“ Erlebnisse, Erfahrungen, Ahnungen, welche nicht in den vorherschenden Mainstream-Realitätstunnel passen? Vielleicht verblüffende Synchronizitäten – welche dann eben nur „Zufall“ waren?

Ich denke, die meisten Menschen, die wie aus heiterem Himmel mit „etwas“ konfrontiert werden, dass irgendwie schräg, unerklärlich, nicht der Norm entsprechend ist, messen dem entweder keine Bedeutung bei (nur nicht damit beschäftigen, schnell weiter!) oder reden jedenfalls nicht darüber. Weil: sonst wird man ja vielleicht etwas schräg angeschaut – oder gleich in die geschlossene Abteilung eingeliefert.

Andere wieder sind dermaßen geflasht, dass sie darüber reden müssen: Sie haben ja jetzt eine Botschaft. Vielleicht gründen sie eine friedliebende Religion oder berichten vom Kontakt mit heiligen Wesen. Eventuell meinen sie aber auch, von UFOs entführt worden  und dabei entweder erleuchtet oder sadistischen Untersuchungen unterzogen worden zu sein. Vielleicht stehen sie aber auch plötzlich im Banne eines „bösen Geistes“, sind besessen. Oder berührt. Oder geheilt.

All dies, so unterschiedlich es erscheint, hat die Gemeinsamkeit einer nicht alltäglichen, ja vielleicht mit unserem auf das Alltägliche trainierten Nervensystem gar nicht „wirklich“ erfassbaren Erfahrung.

Und natürlich ist nicht gesagt, dass es sich um „eine“ Erfahrung handelt, welche unterschiedlich erlebt wird (völlig unterschiedlich!), nein! Festzustehen scheint nur, dass es ein Erleben außerhalb dessen ist, was als „normal“ angesehen wird. Aber warum fällt mir jetzt der Spruch „wir sehen was wir zu sehen erwarten! ein? Keine Ahnung, muss wohl Zufall sein…

 

Zahlenspielereien

Mir sind diesen Sommer wieder ein paar ältere Bücher, die ich vor 20, 30 Jahren gelesen habe, in die Hände gefallen und ich habe sie erneut, äh, durchgenommen. Also von vorne bis hinten durchgelesen. Ist immer wieder interessant wie anders man ein Buch erlebt wenn man es nach Jahren wieder liest. Schließlich ist man ja auch selbst wohl nicht mehr der selbe wie damals – und so gesehen liest man dann eben auch ein „anderes“ Buch. Ihr versteht mich?

Unter anderem bin ich auf zwei Bücher des österreichischen Autors Peter Prachar gestoßen, beide aus den 1980er Jahren. „Es ist soweit“ sowie „Das Ende ist da“ beschäftigen sich mit nichts weniger als dem WELTUNTERGANG!

Um es kurz zu machen: Laut Prachar müsste der längst schon passiert sein, er bezeichnete ihn in seinen Büchern als „unmittelbar bevorstehend“ – also Glück gehabt!

Das Besondere an seinen Schriften ist, dass er nicht (nur) alte, heilige Bücher, in seinem Fall die Bibel und diverse apogryphe Texte hernimmt um seine These zu untermauern, sondern dass er sich auch auf eigene Visionen beruft. Er berichtet von seiner „Entrückung“ bei welcher ihm die Augen geöffnet wurden bezüglich seiner eigenen Rolle in der „Endzeit“. Weil, Trommelwirbel brandet auf, er lässt es Schritt für Schritt, Zug um Zug durchblicken: Der Messias ist ER!

So, das Ganze kann man jetzt als wichtigtuerische Kuriosität abtun, man kann Prachar als Lügenbaron oder Märchenonkel bezeichnen. Ich selbst möchte ihn gerne, so er noch lebt (er müsste jetzt 78 sein) befragen, warum den die Welt nicht, wie von ihm prophezeit, bereits untergegangen ist (und, das muss man auch dazusagen, der Großteil der Menschheit mittlerweile und zwar endgültig TOT sein müsste – weil eine der Aufgaben des „Mannes im Ende“ aus Prachars Sicht war es ja, die Auserwählten in die neue Welt (nein, nicht Amerika!) zu bringen und die anderen zu richten, sprich, zu töten).

Ich persönlich glaube übrigens NICHT, dass der Autor sich das alles mutwillig ausgedacht hat. Sondern ich gehe davon aus, dass das mit seiner „Entrückung“ (für ihn) schon gestimmt hat. Dazu in einem nächsten Blog-Beitrag. Für alle die sich noch etwas mulmig gestimmt fragen, ob das prophezeite Ende vielleicht doch noch kommt gebe ich Entwarnung: In der Diktion Peter Prachars jedenfalls nicht mehr. Weil da spielen sowohl Richard Nixon als auch die Sowjetunion eine wichtige Rolle – und die gibt’s bekanntlich beide nicht mehr….

Aber in diesem Blogbeitrag soll es ja eigentlich um etwas ANDERES, nämlich um Zahlenspielereien gehen..

Ich finde es faszinierend, wie Prachar sich bemüht, darzulegen, dass sein Geburtsdatum BEWEIST, dass ER der, sagen wir, Heiland, ist. Noch einmal, ich gehe fest davon aus, dass er ÜBERZEUGT davon war, es zu sein! Und gerade deshalb findet er eine relativ unbekannte alte Legende wo einem Papst die Endzeit prophezeit wurde – und durch diese kommt er durch sehr schräge Gedankengänge zum für ihn wohl unwiderlegbaren Schluss, dass er durch sein Geburtsdatum legitimiert ist, der Heiland zu sein! Faszinierend! Er ordnet alles – offenbar unbewusst – der Gewissheit unter, der Auserwählte zu sein und NATÜRLICH ergeben sich dann UNWIDERLEGBARE Zahlen, die dies (scheinbar) BEWEISEN – und seien sie noch so konstruiert und an Haaren herbeigezogen. Noch einmal: Faszinierend!

Ich fühle mich durch solche Zahlenspielereien inspiriert und mache jetzt meine eigene Prophezeiung: 2019 kann noch böse Überraschungen bringen. Nein, und damit meine ich nicht, dass der eine oder andere Mann von seiner Frau zu Hause unfreundlich empfangen wird, wenn er volltrunken aus dem Wirtshaus kommt. Viel schlimmer! Weil: Es sind jetzt 18 Jahre vergangen seit 9/11. Dies war ein ENTSCHEIDENDES, ja MAGISCHES Datum weil aus 11. September 2001 lässt sich ganz leicht die Zahl 23 errechnen (11 + 9 +2 +1 = erraten, Dreiundzwanzig!). Und 23, für alle die das nicht wissen, ist die Zahl der Zersplitterung, des Chaos, ist die Geheimzahl der Illuminaten!!!! (lies nach bei Robert Anton Wilson in den 1970ern (!!!!). (Wilson ist übrigens auch der Schöpfer des unsterblichen, genialen Zitates: „ich misstraue allen Verschwörungstheorien auf das Entschiedenste. Inclusive meiner eigenen.“)

So, 18 Jahre sind also vergangen seit „23“, also 9/11. Achtzehn? Das ist dreimal die Sechs, also 666, die Zahl des Tieres in der Apokalypse, die Teufelszahl, sagen viele (und, um zu Peter Prachar zurückzukehren, auch die Namenszahl von Richard Nixon). Uuuunnnddd? Was begegnet uns 2019? FFF – „Fridays for Future“, also 3 mal der 6.e Buchstabe des Alphabets, 666 – da haben wir sie wieder, die Zahl des Tieres!

So, nicht schlecht, oder? Hört sich doch alles ganz logisch an. So wie damals bei Peter Prachar….(von dem man aber so was von gar nichts mehr findet).

Wie wandelt „Der Wandel“?

Ich habe ja im letzten Blog-Beitrag (neben grundsätzlichen Überlegungen) ein bisschen über die wahlwerbenden Parteien für die Nationalratswahl Ende September informiert. Und zwar in erster Linie über jene welche im Allgemeinen den meisten wahrscheinlich nicht so besonders geläufig sind. Relativ wenig sagte mir der (österreichweit kandidierende) „Der Wandel“. Ja, und da hab ich mich jetzt noch etwas schlau gemacht – und ich find die eigentlich ganz witzig. Wie soll man das Programm beschreiben? Links-Utopistisch-Kreativ-Anarchisch? Gefordert wird beispielsweise ein Mindestlohn von Euro 2000,– – bei 21 Wochenstunden. Finanziert werden soll das, wie ich es verstanden habe über die ja vorhandenen Einnahmen der Unternehmen, die durch die steigende Automatisierung/Technologisierung eh weniger Leute zu bezahlen hätten. Hab ich das richtig verstanden? Also etwas, das zweifelsohne STIMMT – aber natürlich in unserem bestehenden Wirtschaftssystem völlig verrückt/phantastisch anmutet.

Weiters soll es so eine Art Volksaktie geben, an der die ganze Bevölkerung partizipiert. Bitte, her damit! Die Abgeordneten, so der Wandel welche stellen sollte, würden einen Teil ihrer Gehälter spenden oder so (Populismus! Bäh!) und, genau, der Bundesrat, die zweite Kammer des Parlaments soll nicht aus gewählten Mandataren bestehen sondern durch das Los sollen Durchscnittsbürger da für ein Jahr hineinkommen können und ordentlich verdienen.

Irgendwie mutet das Ganze an als Mischung aus Spaßpartei, zugeknallten Utopisten, Visionären, Provokateuren und Genies. Jedenfalls wird hier jedenfalls ANSATZWEISE versucht über den Tellerrand unseres bestehenden politisch-wirtschaftlichen Systems zu blicken – und das ist nicht wenig in Zeiten wo dieses ja quasi als Naturgesetz dargestellt wird!

Als, „Der Wandel“: Für mich jedenfalls nicht unwählbar.

In 44 Tagen ist Nationalratswahl!

….und wen könnte man da wählen?

Nun, der Sieger steht ja eh schon fest (oder?), um den zweiten Platz gibt’s eventuell noch ein Gerangel, die Liste Pilz/Jetzt fliegt raus, die NEOS bleiben drinnen und die Grünen kommen wieder rein. Alles klar? Bums, aus, Nikolaus!

Generell wäre es einmal an der Zeit, dass sich die Welt ein neues politisches/wirtschaftliches System überlegt, das nicht nur auf ständiges Wachstum und Giralgeldschöpfung (=Gelderschaffung aus dem Nichts) aufbaut. Nein, das ist nicht der Kommunismus/Sozialismus, der ist gescheitert. Aber das selbe gilt auch für den Kapitalismus, nur wissen es da noch nicht alle. Und diejenigen die es wissen (das er gescheitert ist), hüten sich tunlichst diese Wahrheit auszusprechen. Lieber reizen wir das Ganze noch ein bisschen aus, solange es noch geht. So, Amen, ich habe gesprochen. Und, nein, ich habe auch kein Patenzrezept für ein neues politisch-wirtschaftliches System, dass das jetzige ablösen könnte. Ein guter Ansatz wäre, finde ich, all die Anstrengungen sich bis an die Zähne zu bewaffnen deutlich zu reduzieren und stattdessen dafür zu sorgen, dass alle Menschen auf der Welt sauberes Wasser und genug zu Essen haben. Naiver Wunsch? Ja, klar. Aber, rein von den Zahlen her: Überhaupt kein Problem! Militärausgaben kürzen um 90 % (weltweit), davon die Hälfte oben beschriebenem Ziel zuführen – gebongt! Und die andere Hälfte in Erwachsenenbildung stecken und in (vernünftige) Schulbildung und in den Kampf gegen die Dummheit und in weiterer Folge in ein Wohlstandsprojekt für alle und sowieso in unser aller geistiges Wachstum und in die Entwicklung lebensbejahender Technologien.

Ja dann stünde dem goldenen Zeitalter wohl nichts ehr im Wege. Es gäbe keinen Grund mehr sich gegenseitig die Schädel einzuschlagen und durch den Input auf das geistige Wachstum würde wohl auch den meisten Fanatikern klar werden, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen wäre, sich wirklich wichtigen Dingen zu widmen. Zum Beispiel das Leben zu genießen anstatt anders Gepolte zu bombardieren. Spaß zu haben, zu Lernen, die ungeahnten Möglichkeiten unseres Gehirnes zu nutzen um alles Tag für Tag, Schritt für Schritt ein wenig besser, freundlicher, großartiger zu gestalten für einen selbst – und für die Anderen! Ja, natürlich würde das nicht laufen mit unseren aktuellen Spitzenpolitikern und eben auch nicht mit dem vorherrschenden Wirtschaftssystem. Die müssten wir (die Politiker) abwählen und durch Leute, die nicht in erster Linie durch jene Gehirnschaltkreise gelenkt werden, die bei den Primaten auch nicht viel anders funktionieren, ersetzen (wobei die Primaten nicht soviel anstellen können wie wir Menschen…). So, genug rumspekuliert, bevor ihr euch noch fragt, welch seltsames Kraut ich womöglich geraucht habe zurück zum Thema, genau, den Nationalratswahlen Ende September und wen man da wohl wählen könnte (na keinen, weil, siehe oben. BIST DU STILL!!! Jetzt aber ernsthaft!).

Welche Alternativen gibt es den bei der kommenden Wahl zu den üblichen Verdächtigen? Bundesweit kandidieren neben den Parlamentsparteien und den Grünen, die ja eh de facto schon wieder drinnen sind noch die KPÖ sowie „der Wandel“. KPÖ? Na ja. Wie oben angedeutet: Nur weil der Kapitalismus gescheitert ist, werde ich keine Partei wählen, die ein System anstrebt, das ebenfalls von vorgestern ist und in seiner realen Ausprägung (die Älteren unter uns erinnern sich) sehr viel Unheil über die Menschheit gebracht hat. Und „Der Wandel“? Bin dafür, muss aber noch nachlesen, ehrlich gesagt, wohin „der Wandel“ wandeln will.

In Oberösterreich kandidiert noch die „SozialistischeLinksPartei“. Bitte Unterschied zur KPÖ erklären! In Kärnten tritt an die „Allianz der Patrioten/BZÖ“. Da muss ich gleich einmal den ewigen Besserwisser spielen: „Patriot“ bedeutet soviel wie „Bürger des Staates“.  Sind wir Wahlberechtigten ja wohl alle. Das BZÖ dürfte jedenfalls deutlich nach Rechts gerutscht sein, angeblich hätte man dort gerne den Identitären-Sprecher Martin Sellner ins Boot geholt. Weiters gibt es noch den Wahlvorschlag „Christliche Partei Österreichs“ (im Burgenland) sowie „JedeStimmeGILT“ in Tirol und Vorarlberg. Erstere machen sicher die Absolute weil ja die Mehrheit der Österreicher (zumindest am Taufschein) Christen sind, zweitere verstehen sich als eine Art „Bürgerbewegung für Österreich“ (erinnert mich an die Anfangszeit der Grünen in Österreich in den 1980er-Jahren, da gab es auch eine Bürgerinitiative Parlament (BIP). Ach ja, in Wien kandidiert die „Bierpartei Österreich“. Ja, das ist einmal eine klare Ansage, inhaltlich dürfte es da auch hauptsächlich ums Bier gehen. Schade, dass die für mich als Oberösterreicher nicht wählbar sind.

Eine Möglichkeit, die man IMMER hat und welche eine legitime  demokratische Meinungsäußerung darstellt (und die meines Erachtens nach klar über das Nicht zur Wahl-Gehen zu stellen ist): Weiß-Wählen. Ungültig-Wählen.

Soweit meine kleine Wahlhilfe – dürfte uns alle, vermute ich, jetzt nicht wirklich weiterbringen.