Irrsee – Irrsdorf

Ja, das wäre ja eine Strecke von so 7,5 km und in eineinhalb Stunden zu bewältigen, oder? Nicht bei mir: weil es ja nach Möglichkeit der Bundeslandgrenze entlang geht. Und so starte ich also diese Woche Donnerstag, 04. 08. 2022 um 7 00 Früh am Nordende des Zeller- oder Irrsees. Es geht gleich einmal in den Wald hinein – und ordentlich nach oben. Nach einer Stunde sind es 300 hm, herausforderndes Gelände und ich bin durchgeschwitzt. Auf der anderen Seite der von mir erklommenen Anhöhe geht´s dann hinab, ich lande auf der Vöcklabrucker Bezirksstraße. Auf dieser ein paar Kilometer geradeaus, dann wieder in den Wald hinein – und in was für einen! Sehr fein, völlig abgeschieden, weitestgehend bin ich mit mir (und meinen Gedanken) alleine. Die letzten Kilometer bin ich dann an diesem heißen Sommertag in der prallen Sonne unterwegs. Ich beschließe dann, die heutige Tour nach über 23 km in Irrsdorf zu beenden und nicht die knapp 2 km bis nach Straßwalchen weiterzumarschieren. Ich fühle mich eh schon dehydriert genug. Per Bus geht es zurück zum Irrsee. Alles in allem: sehr gelungene Tour!

OÖ – Umwanderung, nächste Etappe: der See mit zwei Namen

Samstag, 30. Juli. Endlich geht meine Tour weiter. Zwei, drei zwischenzeitlich geplante Touren fielen aus, weil mich „Tante Corny“ (erneut) besuchte. Eigentlich hatte ich sie erst für 24. August eingeladen, jenen Tag, an dem ich nicht mehr als „genesen“ gegolten hätte (was aber eigentlich stattdessen? Ungenesen, Übergenesen, Ungenießbar?). Aber „Tante Corny“ macht ja was sie will (ich darf sie so nennen, wir kennen uns ja schon).

Ich starte also an diesem Tag in Keuschen, in etwa auf halber Strecke zwischen Mondsee und Thalgau, Ziel ist der Irrsee. Wobei ich mir offen halte an welchem Ende des Sees mein heutiges Ziel liegen soll. Letzte Etappe meiner OÖ – Umwanderung war der 07. 07.e und die letzten zehn Tage in Quarantäne bin ich herumgehangen „wia a stingads G´söchts“, hauptsichtlich auf der Couch. Ich weiß also nicht, wie gut ich heute drauf bin, mache mir deshalb keinen Druck. Nachdem ich auf der anderen Seite der A 1 angelangt bin (nein, ich bin nicht drübergelaufen, da gab´s eine Unterführung) geht´s gleich rein in den oberösterreichisch/salzburgischen Grenzwald. Und in dem bleibe ich auch die meiste Zeit. Er ist wun – der – schön! Womit ich nicht gerechnet habe: es geht auch ordentlich hinauf (ich mache am heutigen Tag über 750 hm). Ich lande nach Stunden bei der Kolomanskirche, die älteste erhaltene Holzkirche Österreichs. Ich meine: ist das toll oder was? Ich habe diese Kirche nicht angesteuert, ich wusste gar nicht, dass es sie gibt, ich habe mich sogar mein ganzes Leben noch nicht mit dem Thema „Holzkirchen“ beschäftigt. Und jetzt bin ich hier gelandet, auf 1 200 m Seehöhe. Die schönsten Ziele sind wohl die, die einem „zufällig“ unterkommen. Ich will dann geradeaus weitergehen, ziemlich genau der Landesgrenze entlang, damit wird es aber nichts weil direkt hinter der Kirche ist ein Warnschild angebracht: „Militärisches Sperrgebiet! Betreten, Filmen, Fotografieren strengstens verboten“, steht auf diesem (ich habe es nicht photografiert, sonst hätte ich ja gegen die das Verbot verstoßen). Kurz sticht mich der Hafer, ILLEGALERWEISE weiterzugehen und womöglich das österreichische Gegenstück zur Area 51 aufzuspüren und UFOs, Außerirdische und Geheimwaffen, basierend auf Null Punkt- Energie, zu enttarnen. Ich mach es dann doch nicht weil, es sei eingestanden: ich bin kein Held und will auch nicht in einem allfälligen inländischen Pedant zum Gefangenenlager Guantanamo landen. Jedenfalls beginne ich dann den herausfordernden Abstieg. Es ist rutschig (die Nacht über hat es geregnet), z. T. schlammig. Auf dieser Seite des Berges wird offenbar auch ganz heftig gerodet! Unten angelangt marschiere ich dann entlang des beschaulichen Irrsees (der auch Zellersee genannt wird). Nach fünf Stunden und 21,5 km ist dann Schluss, kurz vor dem Ende meiner Tour hat mich auch noch ein heftiger Schauer erwischt. Resümee: eine ganz feine Gegend, freu mich schon drauf, wenn es weitergeht.

OÖ – Umwanderung, 16.e Etappe: Mondsee

Donnerstag, 07. Juli 2022. Weiter geht die Reise, diesmal wieder allein. Start in Unterach am Attersee, gleich einen feinen Weg gefunden. Richtung Mondsee, nur gemächliche Steigerungen. Dann entlang der Südseite des Mondsees, da geht´s nach einigen Metern hinein in einen endlos langen Tunnel, da könnte man schon Beklemmungen kriegen, wäre man in diese Richtung anfällig. Witzig: die „Bergfex“ – App ignoriert den Tunnel und zeigt eine von mir gegangene Route über den See an (siehe Photos). Aber, Entwarnung; ich bin nicht wie der Heiland übers Wasser gegangen sondern eben“inwendig“ Diesmal geht es halbwegs genau der Bundeslandgrenze entlang. Am Ende des Mondsees dann Richtung Almkogel (den ich nicht besteige, Wetter zu durchwachsen) und Drachenwand (dürfte bei Kletterern halbwegs angesagt sein). Ich hatte eigentlich vor, bis zum Irrsee weiterzuwandern, aber irgendwie bin ich nach den knapp achtzehn Kilometern schon einigermaßen müde, der mich begleitende Nieselregen wird auch stärker. Sowas stört mich zwar grundsätzlich nicht („Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur…“ – ihr wisst wie der Spruch weitergeht, nehme ich an), aber heute… Ach ja, ich hatte ja am Montag eine heftige „Sonderetappe“ eingeschoben (das waren über 21 km und 663 hm, von Linz-Urfahr auf die „Gis“ (=Giselawarte). Und diese Tour steckt mir noch in den Knochen (ich sollte auch darüber einen Bericht schreiben hier im Blog, denke ich). Also beende ich die disemalige Tour und fahre mit dem Bus über Mondesee (dort Umsteigen) zurück nach Unterach, zum Ausgangspunkt zurück Nächstes Mal geht´s dann auf jeden Fall weiter zum Irrsee. Und darüber hinaus…

OÖ – Umwanderung,15.e Etappe: Wolfgang-, Schwarzen-, Atter-, alles See!

Die dieswöchige Wanderung fand Dienstag, 14. Juni statt. Mit dabei mein Stammtischkumpel Robert. Mit ihm habe ich im letzten Jahr ja schon das Tote Gebirge bezwungen, folglich kann uns nichts mehr erschüttern.

Wir starten in Strobl am Wolfgangsee, es geht Richtung St. Wolfgang. Wir sind unterwegs auf einem Teil des Bürglstein Rundwanderweges, die ganze Zeit mit tollem Blick auf den See. Es geht weiter ein Stück auf der Bundesstraße. Kurz vor St. Wolfgang biegen wir dann ab, nicht nach links, sonst würden wir in den See fallen, sondern nach rechts, Richtung Schwarzernsee. Hier sammeln wir die Höhenmeter dieser Etappe, es geht ganz ordentlich hinauf, auf einem recht kommoden Wanderweg, durchaus auch für Kinder geeignet (warum ich das hier erwähne, wird euch am Ende dieses Blog – Beitrages klar werden). Oben angelangt kehren wir zunächst einmal auf einen Kaffee ein bei der „Lore“, offenbar ein Salzkammergutoriginal. Es geht dann weiter entlang des Schwarzensees, hier heroben (man kann auch mit dem Auto rauffahren) sind auch viele Radfahrer unterwegs. Den Abstieg in Richtung Attersee begehen wir über eine steile Klamm. Die fordert uns durchaus, da muss jeder Schritt sitzen sonst fällst du zehn, fünfzehn Meter runter – und dann schauts wahrscheinlich nicht gut aus. Robert und ich denken an, in Zukunft einmal den Aufstieg zum Schwarzen See von dieser Seite her zu versuchen, sind uns aber einig, dass das ungleich herausfordernder sein würde als eben von der Wolfgangseeseite. Ja, und dann begegnen uns Wanderer, auf ihrem Weg nach oben in Begleitung von KLEINEN Kindern (so zwei, drei Jahre alt, würde ich schätzen)! Das ganze wird noch getoppt von einer Frau, die in einem Tragetuch an ihrem Körper ein BABY (!!!) mitträgt! Also: ich finde es sehr gut, wenn man mit den Kindern in die Natur geht, habe ich mit meinen Söhnen auch oft gemacht, als sie klein waren (z. B. zahlreiche Seeumrundungen, wo ich ihnen dann immer Medaillen gebastelt habe die sie sich stolz aufhoben). Womöglich waren die angesprochenen Wanderer auch Einheimische, die sich sehr gut auskennen. ABER: ich finde es absolut unverantwortlich, mit Kleinkindern oder Babys eine steile, gefährliche Klamm hinaufzusteigen. Mir fehlt da jegliches Verständnis!

Am Attersee angekommen geht es dann noch ein Stück Richtung Unterach. Fazit: eine feine Tour in wunderschöner Landschaft, vier Stunden reine Gehzeit, achtzehn Kilometer. Gerne wieder!

OÖ – Umwanderung: die Salzburger – Land Etappe

Mittwoch, 01. Juni 2022: es geht weiter.

Im malerischen Rußbach starte ich, vorbei am Geisterwald, den ich bei der letzten Etappe besuchte, weiter hinauf Richtung Animoshütte. Zunächst auf einem Forstweg, dann stoße ich auf einen schmalen Pfad. Den nehme ich, alles klar. Dummerweise hört der nach einigen hundert Metern einfach auf. Was nun? Naja, gehen wir halt wieder einmal querfeldein oder, besser: querfeldAUF. Die Steigung ist heftig, aber irgendwann bin ich sicher oben, eben bei der Animoshütte. Ich praktiziere so etwas wie die „Steiler Berg“ – Version des Intuitiven Waldwanderns. Die Animoshütte: Leider noch nicht offen, sonst hätte ich mich gestärkt. Ah, der Wegweiser Richtung Postalm. Wunderschön hier heroben. Und ruhig. Die Beschilderung des Weges: sagen wir; mangelhaft. Durchaus mit Interpretationsspielraum. Irgendwann bin ich dann auf der Postalm angelangt. Ich stärke mich auf einer Gasthofterrasse mit Kaffee (Verlängerter, mittelprächtig) und Apfelsaft gespritzt (genau das Richtige). Dann geht es, noch einmal die selbe Strecke wie bis hierher, weiter Richtung Strobl am Wolfgangsee. Allerdings jetzt de facto nur noch bergab. Nach sechs Stunden, 800 Höhenmetern und insgesamt 28 Kilometern, habe ich mein Ziel erreicht.

Beim Busbahnhof in Strobl finde ich gleich einen Bus Richtung Rußbach. Prima! Allerdings stellt sich während der Fahrt heraus, dass ich Vogel nicht darauf geachtet habe, in WELCHES Rußbach der Bus fährt. Da gibts nämlich zwei, eines auf der Salzburger Seite, eines in Oberösterreich. Man lernt nie aus. Der freundliche Busfahrer eröffnet mir aber gleich ein Lösungskonzept. Mit dem Bus nach Ischl, dann Umsteigen nach Gosau, dann Umsteigen nach Rußbach. Von den Wartezeiten hat er nichts dazugesagt, die Rückfahrt zu meinem abgestellten PKW dauert insgesamt jedenfalls drei Stunden. Anmerkung zu den Busfahrern: Am ersten von ihnen ist ein Fremdenverkehrsmanagerverloren gegangen. Er sagt mir die Namen aller Berge entlang der Strecke und berichtet von interessanten Wanderstrecken. Sehr vorbildlich! Der Fahrer des zweiten Busses ist schweigsam (passt auch total). Im dritten Bus unterhält sich der Wagenführer intensiv mit einer jungen Dame. Thema: der ideale Arzt für den Hund. Fasziniert bin ich auch von der regionalen Mundart: etwas „Chrr“ dabei (aber weniger als im Tirolerischen), gerade heraus, direkt.

Nächstes Mal gehts dann weiter Richtung Attersee.

OÖ – Umwanderung, 13.e Etappe: Waldexpedition in Gosau und Russbach

Nachdem ich bei den letzten beiden Etappen ordentlich Meter gemacht hatte, gab es für mich im Vorfeld grob gesagt zwei Varianten fürs Weiterkommen: Entweder ein Gewaltmarsch von Gosau über die Berge kraxelnd bis St. Wolfgang (2 000 hm? 2 500?) oder doch was Kürzeres. Nachdem sich für den 20. Mai niemand als Begleiter anmeldete und es bei Variante 1 doch vorteilhaft erscheinen würde, mit zwei Kfz anzureisen, eines am Beginn der Tour, eines am Endpunkt, entschied ich mich dafür, es lockerer anzugehen. Und wurde nicht enttäuscht. Ich visierte also das von Gosau nicht al zu weit entfernte Russbach an, jedoch keinesfalls auf dem direkten Weg (Bundesstraße), sondern querfeldein. Grob hatte ich eine Alternativroute im Kopf, schnell bewegte es sich aber in Richtung des von mir entwickelten „intuitiven Waldwanderns“. Also einfach auf verwachsenen, oft kaum noch erkennbaren Waldwegen dahinzugleiten, relativ ziellos. Also, O. K. , „ziellos“ bei dieser Tour dann doch nicht, die ungefähre Richtung hatte ich im Kopf und gelegentlich kann man ja auch aufs Mobiltelephon -Navi blicken um zu sehen, an welchem Punkt in der Wildnis man sich gerade befindet. Folgende Erkenntnis möchte ich mit Euch teilen: im Wald unterwegs sein bedeutet nicht in der UMwelt wandeln, sondern in der MITwelt: man meint, ein Teil des Waldes zu sein – bzw., es werden einem die Augen geöffnet, dass man ein Teil davon IST (diese bahnbrechende Erkenntnis habe ich nicht in Eigenregie herausgefunden sondern von Roland Düringer geklaut, keine Ahnung, ob sich´s dieser auch irgendwo ausgeliehen hat).

Hatte ich auf meinen bisherigen Touren der OÖ – Umwanderung bereits die Bundesländer Niederösterreich und Steiermark gestreift (letzteres recht ausgiebig), überschritt ich diesmal am Pass Gschütt die Grenze zum Bundesland Salzburg. Dem Wald ist es übrigens scheinbar völlig egal, auf welcher Seite der Bundeslandgrenze er wächst, er ist beiderseits traumhaft schön. In Russbach besuchte ich dann sogar nach Absolvierung einiger Höhenmeter den sogenannten Geisterwald.

Bonmot zum Schluss: der Bus zurück startete zwar mit einer Viertelstunde Verspätung, der Fahrer meinte aber, als ich die Geldbörse zückte: „Heute ist Freitag. Da brauchst du eh nichts zahlen“. Ja dann, wenn er meint.

OÖ – Umwanderung, nächste Etappe: Obertraun – Gosau

12. Mai 2022, weitergeht es, Nachdem ich letztes Mal bei meiner Wanderung wieder oberösterreichischen Boden erreichte, geht es diesmal im Salzkammergut weiter. Mir ist schon klar, die eigentliche Landesgrenze liegt ganz oben im Gebirge, aber da ich kein Bergsteiger bin, peile ich den Dachstein nicht an. Stattdessen geht es weiter entlang des – einmaligen – Hallstätter Sees. Ich war schon einige Jahre nicht mehr hier und bin wirklich sprachlos. Nicht zu viel Pathos, aber: wie schön ist unser Bundesland!

Dann Hallstatt. Die Zeiten, wo die Touristenmassen den Ort beinahe erstickten, sind, jedenfalls vorübergehend, vorbei, denke ich. Ja, ein paar Dutzend Asiaten , die sich gerne das Weltkulturerbe ansehen (einen Nachbau gibt es ja auch in China), treffe ich an. Aber das Spazieren durch Hallstatt ist ein recht entspanntes.

Weiter entlang des Hallstätter Sees, dann die Abzweigung Richtung Gosau. Auch bei dieser Etappe sind die Höhenmeter überschaubar, dafür ist der km – Stundenschnitt recht ordentlich.

Nach vier Stunden erreiche ich dann Gosau, mit dem Bus geht´s zurück nach Obertraun (einmal Umsteigen). Vorankündigung für die nächste Tour: es wird wieder gebirgiger.

OÖ-Umwanderung, nächste Etappe: Zurück ins Hoamatland

So, jetzt wird es aber einmal Zeit, ein paar Meter zu machen, habe ich mir gedacht. Weil, klar, der Weg ist das Ziel, aber irgendwann (heuer) möchte ich mein tatsächliches Ziel, Enns, erreichen. Und da die Vorgabe bei meiner Wanderung ja ist, annähernd der Landesgrenze entlang zu marschieren und nach Möglichkeit innerhalb Oberösterreichs zu gehen, wird es Zeit, die (ebenfalls wunderschöne) Steiermark zu verlassen und ins Hoamatland zurückzukehren.

03. 05. 2020, kurz nach Acht Uhr früh. Ich starte beim Bahnhof Bad Mitterndorf – Heilbrunn. Diesmal also keine Faxen und Umwege, das Ziel ist es, wieder oberösterreichischen Boden zu erreichen. Das heißt aber auch, sich an der (stark befahrenen) Salzkammergutstraße zu orientieren, also neben oder auf dieser unterwegs zu sein. Das klappt aber ganz gut. Meistens gibt es halbwegs parallel verlaufende Wege, auch in die angrenzenden Ortschaften weiche ich aus, ist kein Umweg, aber wesentlich ruhiger als auf der Hauptstraße. Bis Bad Aussee geht es ziemlich gerade dahin, ich mache also ordentlich Meter. Die ganze Zeit „begleiten“ mich die imposanten Berge, beiderseits. Nach Bad Aussee geht´s dann wesentlich ruhiger weiter, die 10 km lange Straße bis Obertraun ist weit nicht so stark befahren wie die vorherige, sie ist beidseitig von ganz tollem Wald gesäumt. Genau mein Ding. Am Anfang dieser Straße mache ich auch ein paar Höhenmeter, dann geht´s aber ordentlich nach unten. Und weiter nach unten. Als ich dann Obertraun erreiche und somit wieder in OÖ bin, muss ich mich sputen, um rechtzeitig am örtlichen Bahnhof einzutreffen und meinen Zug zurück nach Bad Mitterndorf zu erwischen. Reine Gehzeit hatte ich nicht ganz 5 Stunden, 27 km sind recht ordentlich, die Höhenmeter waren auf dieser Etappe nicht tragisch. Freu mich schon auf das nächste Mal!

Die OÖ – Umwanderung geht weiter! Steiermark – Etappe

Nach der 6 – monatigen Winterpause geht´s weiter mit meiner OÖ – Umwanderung. Es ist ja nicht so, dass ich im letzten halben Jahr nichts getan hätte; nein, ich habe mich mit Touren im Flach- und Hügelland in meiner Wohngegend (halbwegs) fit gehalten.

Endpunkt der letzten Etappe war die Tauplitzhöhe nach einer waghalsigen Tour über das Tote Gebirge, siehe den letzten Beitrag. Weiter geht´s heute, 12. 04. 2022, aber herunten im Tal, Startpunkt ist der Bahnhof Tauplitz. Der Plan: Bis Obertraun durchmarschieren, also wieder oberösterreichischen Boden erreichen. Das sind in etwa 30 km, sollte sich in 6 – 6 1/2 Stunden bewerkstelligen lassen, dachte ich mir. Na ja, es kam dann etwas anders. Bei der OÖ – Umwanderung geht es mir nicht darum, nur sogenannte „schöne“ Strecken zu begehen. Allerdings, nach einigen KM auf der doch recht ordentlich befahrenen Salzkammergut Straße war mir klar: weg von dieser, ab in die Wildnis. Und so bog ich in den Wald ab, ließ mich in der Tradition des „Intuitiven Waldwanderns“ treiben. Dann, plötzlich ein Wander – Wegweiser zur Simony – Warte, Noch nie gehört, also los gehts. Ja, waren ein paar Höhenmeter, der grandiose Ausblick entschädigte aber vollends. Den Abstieg setzte ich dann über eine schmales, steiles Weglein direkt nach Bad Mitterndorf. Von dort ging es mit der Bahn zurück nach Tauplitz zu meinem Auto. Fazit: Kürzer und anders als geplant. Aber grandiose Ausblicke und Landschaften. Und, nicht zu vergessen: gute Luft. Ich bin wieder im Spiel, die OÖ – Umwanderung (die sich diesmal ausschließlich in der Steiermark abspielte) läuft weitert!

Oberösterreich – Umwanderung, nächste Etappe: Hinterstoder – Totes Gebirge – Tauplitzalm

Gestern, 09. Oktober 2021, ging es weiter mit der nächsten regulären Etappe meiner Oberösterreich – Umwanderung. Diesmal dabei: mein Freund Robert. Wir kennen uns erst seit Anfang der 1980er – Jahre, folglich fremdeln wir noch etwas. Nein, Scherz, wir sind alte Kumpels, unter anderem beim selben Stammtisch Mitglied. Robert hat das Bergwandern erst vor gut einem Jahr für sich entdeckt, betreibt es seitdem aber intensiv. Das sollte sich bei dieser Tour zeigen.

Wir starteten in Hinterstoder bei der Bergbahnstation, erstes Ziel war der Schiederweiher. Dieser war 2018 zum „schönsten Platz“ Österreichs gewählt worden. Uns präsentierte er sich nebelverhangen. Weiter gings zum Steyr – Ursprung. Die ersten 10 km ging es relativ flach dahin, dann wurde es langsam steiler. Viel steiler. Das Tote Gebirge heißt so, ich vermute jetzt einmal, weil es relativ viel Geröll gibt. Für mich wurde relativ schnell klar: das wird eine Herausforderung heute. Die Steigerung: immens. Weil: Höhenmeter sind nicht Höhenmeter. Höhenmeter die sich über einige Kilometer verteilen: kein Problem. Wenn es aber mit jedem Schritt EXTREM steil hinaufgeht und kein Ende absehbar ist: komme ich an meine Grenzen. Und so kam ich während dieser Tour einige Male an den Punkt wo ich mir dachte: ich kann nicht mehr. Ich musste also ständig kurze Pausen einlegen um mich notdürftig zu regenerieren. Und mental aufs Weitergehen einzustellen. Dem Robert sagte ich, er solle sein Tempo gehen und nach einiger Zeit auf mich warten. Für die Anstrengungen entschädigte natürlich die grandiose Natur. Als wir endlich oben angekommen waren, auf dem Plateau des Toten Gebirges (mir tat das Kreuz ebenso weh wie die Füße, außerdem war mir etwas schlecht), ging es dann noch mehr oder weniger gerade dahin, entlang an einigen Seen. Nun galt es, die Tauplitz – Alm zu erreichen (wo wir zeitig in der Früh schon ein Auto platziert hatten). Das zog sich noch eine ganze Weile. Die OÖ – Umwanderung hatte diesmal einen kräftigen Schwenk in die Steiermark gemacht. Fazit: grandiose Landschaft, majestätische Berge. Aber: 1 500 Höhenmeter (die meisten am Stück) sind auch kein Dreck! Ich für meinen Teil war am Ende der Tour stehend K. O. (Robert, der noch dazu zwei Jahre älter ist als ich, hingegen noch erstaunlich fit). Das Tote Gebirge ist der Hammer, sowohl vom Naturerlebnis als auch von der körperlichen und mentalen Herausforderung her gesehen.

Ach ja, die Photos stammen diesmal von Robert. er ist ein versierter Photograph (und ich hab nur eine kleine Auswahl der von ihm geschossenen Bilder hier reingestellt). Danke für die Erlaubnis diese zu verwenden! Womöglich war dies die letzte Etappe der OÖ – Umwanderung in diesem Jahr und es geht erst 2022 weiter. Weil es ja noch einige Zeit im gebirgigen Bereich weitergehen wird und die Wetterlage mit fortschreitendem Herbst zusehends unberechenbarer wird. Ich bin ja das ganze Jahr wandernd unterwegs; auch jetzt schon zwischendurch und in der kalten Jahreszeit hauptsächlich im Flach- und Hügelland, hauptsächlich im Wald (ich darf in diesem Zusammenhang noch einmal an mein aktuelles Buch „Kursbuch Leben – die Zukunft beginnt jetzt“ verweisen, da erfahrt ihr unter anderem alles über das von mir entwickelte „Intuitive Waldwandern“).